Stellungnahmen
Stellungnahme des Instituts für Ethnologie (Münster)
Sehr geehrte Damen und Herren,
Mit großer Besorgnis haben wir erfahren, dass der Fortbestand des Bachelor-Studiengang Religionswissenschaft gefährdet ist, aufgrund eines Mangels in der personellen Grundausstattung. Da diese fehlende Stelle für einen Wissenschaftlichen Mitarbeiter nicht über Studienbeiträge finanziert werden kann, sind Rektorat, CRS oder das Dekanat des FB 02 dringend gefragt, hier zu helfen.
Allgemeine Religionswissenschaften sind als BA-Studiengang ein unerlässlicher Bestandteil des Studienangebots einer Universität, die mit bedeutenden theologischen Fakultäten, dem CRS und dem Exzellenzcluster “Politik und Religion” dem Thema einen hervorgehobenen Platz einräumt. Für die Ethnologie ist die Religionswissenschaft eine wichtige Nachbardisziplin. Insbesonders auf der Ebene unseres Bachelor-Studiengangs “Kultur- und Sozialanthropologie” ist ein deutliches gegenseitiges Interesse der Studenten an den Fächern zu bemerken.
Wir unterstützen daher den Wunsch der Studenten des BA Religionswissenschaften nach Einrichtung einer von der Universität finanzierten Wissenschaftlichen Mitarbeiterstelle zur Sicherung ihres Studienganges ohne jeden Vorbehalt.
Prof. Dr. Helene Basu, Prof. Dr. Jos Platenkamp, Prof. Dr. Volker Grabowsky, Jun.-Prof. Dr. Guido Sprenger
(als PDF)
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Stellungnahme der Fachschaft „Kultvolk“ des B.A. Vgl. Kultur- und Religionswissenschaft, der Studierenden des M.A. Religionswissenschaft und der Studentischen Hilfskräfte des Fachgebiets Religionswissenschaft an der Philipps-Universität Marburg
zur Situation der Religionswissenschaft an der WWU Münster
Wir, die Fachschaft „Kultvolk“ des B.A. vgl. Kultur- und Religionswissenschaft, die Studierenden des M.A. Religionswissenschaft, und die Studentischen Hilfskräfte am Fachgebiet Religionswissenschaft in Marburg, erklären uns solidarisch mit der Fachschaft der Religionswissenschaft und den betroffenen Studierenden in Münster und unterstützen uneingeschränkt die Forderung nach Erhaltung des Faches Religionswissenschaft an der WWU Münster.
Mit dieser Stellungnahme, möchten wir unser völliges Unverständnis über eine Situation zum Ausdruck bringen, in der eine Universität, die sich gerade durch ihr Exzellenzcluster »Religion und Politik« „im Kreise der Spitzenunis Deutschland vertreten“ fühlt – so zumindest der inszenatorische Gestus auf der eigenen Internetpräsenz – gewillt ist, ausgerechnet das Fach Religionswissenschaft der so genannten Rationalisierung anheim fallen zu lassen. Dass ein Fach, das in seiner Emanzipationsbewegung von der Theologie eine Basis geschaffen hat, von der aus Religionen religiös unvoreingenommen zum Gegenstand einer wissenschaftlichen Untersuchung werden können, eines der prädestinierten Fächer sein dürfte eine Analyse aktueller Entwicklungen zu leisten, scheint bei den verantwortlichen Entscheidungsträgern keine Überlegungen hinsichtlich eines Ausbaus solcher Kompetenzen anzuregen. Dass aber sogar an eine Auflösung dieses Studienganges gedacht wird, bei gleichzeitiger Betonung der zwingenden Zukunftsrelevanz des Themas Religion, muss Kopfschütteln, Unverständnis und Verärgerung auslösen. Wird weiterhin auch noch die Einheit von Forschung und Lehre beschworen (zumindest in Bezug auf das, dem Exzellenzcluster angeschlossene Graduiertenkolleg), so lässt dies wohl nur den Schluss zu, dass an den entsprechenden, verantwortlichen Stellen ein beispielloser Zynismus die Entscheidungen leitet.
Wir fordern die verantwortlichen Entscheidungsträger auf, eine tragfähige Lösung für die Zukunft des Studienganges Religionswissenschaft an der WWU Münster zu finden. Wir unterstützen die Forderung der Fachschaft Religionswissenschaft nach Schaffung einer zusätzlichen wissenschaftlichen Mitarbeiterstelle, um die weitere Grundsicherung der Lehre im Fach Religionswissenschaft zu gewährleisten. Dabei kann es nicht Ziel führend sein, Mittel, die unter dem Vorsatz der Verbesserung der Lehre eingeführt wurden, nun zur Grundsicherung eben dieser heranzuziehen. Ein solches Vorgehen muss den vermeintlichen Zweck der Studiengebühren vollends verkehren und schafft einen Präzedenzfall, der einem Missbrauch der Studierendengelder Tür und Tor öffnet. Darüber hinaus schließen wir uns der Forderung nach einer klaren Positionierung der Universitätsleitung hinsichtlich der Einheit von Forschung und Lehre in Form einer Akkreditierung des Bachelor-Studienganges Religionswissenschaft an. Eine solche Entscheidung wäre nicht nur im Sinne der Religionswissenschaft, sondern sollte, im Kontext des Exzellenzclusters „Religion und Politik“, auch im Interesse des universitären Forschungsstandortes Münster liegen.
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Stellungnahme FS Evangelische Theologie (Münster)
Wir, die Fachschaft Evangelische Theologie, möchten uns der Forderung der Fachschaft Religionswissenschaft nachdrücklich anschließen. Tatsächlich darf die zentrale Verteilungskommission dem Druck der Situation nicht nachgeben, weil dies einem „Dammbruch” gleichkäme. Daher handelt es sich bei dem Hinweis der „zuständigen Stellen” auf die Kommission um eine Zumutung. Wenn Rektorat, Dekanat und Centrum für religiöse Studien (CRS) nicht bereit sind, die für die Akkreditierung notwendige Stelle zu finanzieren, so müssen sie auch die Verantwortung für die Nicht-Akkreditierung übernehmen und können sie nicht auf die Verteilungskommission abwälzen. Dass sie letzteres aber versuchen, zeigt, dass auch dort bekannt ist, wie wichtig und überaus wünschenswert die Akkreditierung ist.
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Stellungnahme der FS Islamwissenschaft (Münster)
Liebe Fachschaft Religionswissenschaft,
Die Studierenden des Instituts für Arabistik und Islamwissenschaft solidarisieren sich mit euch in eurem Anliegen, für den Erhalt der Religionswissenschaft in Münster Stellung zu beziehen.
Eine Universität, die sich mit einem Excellenz-Cluster „Politik und Religion“ schmückt, kann unserer Meinung nach nicht auf die theologieunabhängigen Forschungsansätze der Religionswissenschaft verzichten. Es ist uns nicht verständlich, warum sich die entsprechenden Stellen (Rektorat, Dekanat des FB02 und Centrum für religiöse Studien (CRS)) nicht auf die Finanzierung einer zusätzlichen Stelle für einen wissenschaftlichen Mitarbeiter verständigen können und damit die Akkreditierung eines gesellschaftlich höchst relevanten Studiengangs gefährden.
Wir hoffen, dass sich die Situation für euer Fach verbessert und helfen euch gerne, wenn ihr für weitere Aktionen zum Erhalt der Religionswissenschaft in Münster Unterstützung benötigt.
Eure Fachschaft Islamwissenschaft
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Stellungnahme der Fachschaftsvertretung Kultur- und Sozialanthropologie (Münster)
zur Personalsituation im BA Religionswissenschaft
Wir, die Fachschaftsvertretung des Faches Kultur- und Sozialanthropologie, erklären uns solidarisch mit der Fachschaftsvertretung der Religionswissenschaft und möchten hiermit darauf hinweisen, dass die Situation, in der sich das Fach befindet, in dieser Form nicht haltbar ist.
Als Universität, die sich in der Öffentlichkeit mit einem Exzellenzcluster „Religion und Politik“ rühmt, sollte insbesondere dem Rektorat, Dekanat und dem Centrum für religiöse Studien sehr daran gelegen sein, den Fortbestand eines für das Exzellenzcluster so unerlässlichen Faches wie der Religionswissenschaft zu sichern. Daher ist es für uns unverständlich, dass gerade die oben genannten Parteien sich konsequent weigern, Gelder für
eine zusätzliche Lehrstelle zur Aufrechterhaltung der Lehre bereitzustellen und die Verantwortung stattdessen auf die Studienbeitragsverteilungskommission abschieben. Zu unserem Bedauern müssen wir sagen, dass uns ein solches Verhalten seitens der
Führungsriege der Universität Münster nicht mehr verwundert. Wir möchten jedoch ausdrücklich darauf hinweisen (denn vielleicht wurde dieser Aspekt bei einem allzu schnellen Weiterreichen der Verantwortung an die Verteilungskommission nicht berücksichtigt), dass die Studienbeitragsverteilungskommission ausschließlich über die Verbesserung der Lehre entscheiden darf und keinerlei Entscheidungskompetenzen hat, wenn es um die Existenz/Aufrechterhaltung eines Studienganges geht – und das ist hier eindeutig der Fall. Denn sollten die Religionswissenschaftler nicht in der Lage sein, neue Erstsemester aufzunehmen, so wird dies früher oder später zu einem Auslaufen des Studienganges führen. Nicht nur in Hinblick auf das dann ebenfalls gefährdete Exzellenzcluster, sondern besonders auch mit Bezug auf die Fächervielfalt an der Universität Münster, sollte es nicht nur uns,
sondern auch Ihnen ein besonderes Anliegen sein, die Religionswissenschaft an der Universität Münster zu erhalten.
Leider müssen wir feststellen, dass in den letzten Jahren immer wieder die Existenz einzelner Fächer vom Auslaufen bedroht waren – wenig erstaunlich ist, dass es sich hierbei um geisteswissenschaftliche Fächer handelte (wie zuletzt äußerst eindrucksvoll an der Soziologie demonstriert). Abgesehen davon, dass diese Tatsache uns gerade in Bezug auf unser eigenes Fach doch sehr nachdenklich stimmt, erachten wir es als wünschenswert, die Fächervielfalt zu wahren und auch vermeintlich kleine und vermeintlich wirtschaftlich weniger lukrative Fächer an der Universität Münster zu erhalten. Die Universität darf nicht zu einem bloßen Wirtschaftsunternehmen verkommen, daher möchten wir Sie dazu auffordern, der Religionswissenschaft die von ihnen gewünschte und dringend benötigte Stelle
zuzuschreiben.
Mit freundlichen Grüßen
Fachschaftsvertretung Kultur- und Sozialanthropologie
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Stellungnahme der FS Philosophie (Münster)
Liebe Fachschaft Religionswissenschft,
die Fachschaft Philosophie unterstützt die Einstellung eines weiteren
wissenschaftlichen Mitarbeiters oder einer weiteren wissenschaftlichen
Mitarbeiterin für den Fachbereich Religionswissenschaft.
Wenn man bedenkt, dass das Excellenz-Kluster der WWU „Politik und
Religion“ ist, dann ist es unverständlich, dass der Studiengang Religionswissenschaft nun aussterben soll. Wenn die Forschung im Bereich Religion angesiedelt ist, dann sollte sich das auch in der Lehre widerspiegeln.
Es geht um die Grundsicherung eines Studiengangs und deshalb darf
diese wissenschaftliche Mitarbeiterstelle nicht durch Studiengebühren
finanziert werden. Die Studiengebühren sind dafür nicht vorgesehen.
Religionswissenschaft leistet einen wichtigen Beitrag zum interkulturellen Verständnis. Dieses Fach sollte an der Universität Münster erhalten bleiben.
Eure
Fachschaft Philosophie
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Stellungnahme der FS Biologie (Münster)
Liebe Fachschaft Religionswissenschaft!
Es tut uns leid zu hören, dass ihr euch in einer derartigen Lage befindet! Wir sind der Meinung, dass die Stelle des wissenschaftlichen Mitarbeiters auf keinen Fall durch Studiengebühren finanziert werden darf. Da sie für die Grundsicherung des Studiengangs essentiell ist, würde eine derartige Finanzierung gegen die derzeit aktuelle Satzung verstoßen. Es wäre ein Verstoß gegen einen der Grundsätze zur Studiengebührenverwendung. Falls dieser Antrag durchkommen würde, wäre eine Art Präzedenzfall dafür gelegt, weitere ähnliche Finanzierungspläne zu rechtfertigen. Daher können und wollen wir den Verweis des Rektorats und Dekanats nicht gutheißen. Wir hoffen, dass ihr zu einer Lösung findet, die euren Studiengang weiter estehen lassen wird!
Viele Grüße,
Fachschaft Biologie
i.A.
Claudius Sandmeier,
studentisches Mitglied der Kommission für Studiengebühren des
Fachbereiches Biologie
Liebe Fachschaft Religionswissenschaft!
Aus Heidelberg sende ich euch liebe Grüße und die besten Wünsche.
Eine Uni, an der ein Excellenz-Kluster der WWU „Politik und Religion“ besteht, sollte und kann keine vernünftige Forschung ohne das Fach Religionswissenschaft machen.
Haltet durch und argumentiert laustark weiter. Die Uterstützungen zahlreicher Studenten und Wissenschaftler ist euch gewiss.
Viele Grüße,
Sebastian Emling, M.A.
Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Institut für Religionswissenschaft der Universität Heidelberg
Liebe Studierende,
die Gefährung Eures Studienganges ist sehr besorgniserregend. Religionswissenschaft ist eine Schlüsseldisziplin für das interkulturelle Zusammenleben in unserer Gesellschaft und auf unserem Planeten, da sie religionsgemeinschaftsunabhängig ist und daher möglichst unparteiisch an die Erforschungen der Religionen und ihrer Interdependenzen mit anderen Teilen der Kultur heran geht. Eine Gesellschaft, die an solchen Fächern spart, beraubt sich selber wertvoller Perspektiven und Einsichten. Ich hoffe sehr, dass Euer Protest fruchtet und auf offene Ohren der Entscheidungsträger stößt.
Michael A. Schmiedel (M.A.)
Projektkoordinator bei MIGRApolis Deutschland
Liebe Fachschaft Religionswissenschaft,
ihr habt meine vollste Unterstützung für euer Anliegen. Die Notwendigkeit und Relevanz einer noch stärkeren Religionswissenschaft ergibt sich z.B. aus der Lektüre einer beliebigen Tageszeitung. Deswegen halte ich es für müßig, dies hier im Einzelnen aufzulisten.
Beste Grüße,
Johannes Quack,
Liebe Fachschaft,
ganz liebe Grüße aus Bremen und viel Kraft und Durchhaltevermögen!
Wir durften euch und euer Institut auf dem letzten Symposium kennen lernen und haben viele positive Eindrücke mit nach Bremen genommen. Es wäre ein großer Verlust wenn euer Studiengang wegrationalisiert wird!
Deswegen und generell wünschen wir euch alles Gute! Unsere Solidarität habt ihr!
Christian Uhrig, Stuga Religionswissenschaft Bremen
Liebe Fachschaft,
wenn es um Mittel und Stellen geht wird Wissenschaft schnell politisch. Solidarität und Rückhalt aus den “eigenen Reihen” ist notwendig, denn Eure Not kann schnell die anderer Standorte der Religionswissenschaft werden. Da Politik aber mitunter immer das Organisieren von Mehrheiten bedeutet, schlage ich Euch vor nicht auf die “betroffenen Parteien” zu warten, sondern ebenso die Parteien betroffen zu machen. Wendet Euch an Eure Landtags- und Bundestagsabgeordneten, geht als Fachschaft in ihre Sprechstunden, schreibt Briefe und macht auch die Rathausfraktionen auf Euer Problem aufmerksam. Aus dieser Not kann eine PR-mäßige Tugend erwachsen, die möglicherweise Mittel in Bewegung setzt!
Hierfür mögen Euch alle GöttInnen gewogen sein und viel Erfolg!
Liebe Fachschaft,
Den Fortbestand des 2 Fach Bachelors Religionswissenschaften halte ich für wichtig, da gerade die Kombination mit Politikwissenschaften in Zeiten sich verschärfender kultureller und religiöser Konflikte in einer globalisierten Welt notwendig und fruchtbar erscheint. Die Universität Münster verdient diesen Studiengang.
Mein Glaube mit euch!